Dr. Eddy Okoth Odari (Kenia)

Speziell in Zeiten der Corona-Pandemie, in der soziales und wirtschaftliches Leben vielerorts massiv betroffen ist, gerät die Wichtigkeit holistischer medizinischer und gesundheitswissenschaftlicher Forschung in den Fokus. Für unseren kenianischen Alumnus Dr. Eddy Okoth Odari stand das Gesundheitswesen jedoch schon immer im Zentrum von Forschung und Lehre: Er studierte im Bachelorstudium Medizinische Mikrobiologie an der Jomo Kenyatta Universität of Agriculture and Technology (JKUAT) in Nairobi. Seine hervorragenden Studienleistungen und sein vielfältiges kirchliches und gesellschaftliches Engagement verhalfen ihm zu einem KAAD-Stipendium in Virologie an der JKUAT (2008-2010), zu dem auch ein sechsmonatiger Aufenthalt am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der LMU München gehörte. Als herausragender Sur-Place Stipendiat und aktives Mitglied der kenianischen KAAD-Familie bewarb er sich danach für ein Promotionsstudium und kehrte 2011 an das gleiche Institut in München zurück. Seine Forschung im Fach Virologie beschäftigte sich vor allem mit der Entwicklung einfacher Testmöglichkeiten für HIV – ein für die Anwendung in Afrika sehr wichtiges Projekt.

Viele KAAD-Seminare, drei Jahresakademien und eine Dissertation später kehrte er als Dr. Eddy Odari wieder nach Kenia zurück, wo er seither als Virologe mehr als genug zu tun hat: Er unterrichtet als Senior Lecturer an der JKUAT in Nairobi, ist der Gründer der Ogallo Osako Memorial Foundation und ist mit der Weldon School of Biomedical Engineering in Indiana, USA, und der Chiba University School of Engineering in Japan als Visiting Scholar und Scientist stets in engem Austausch. Bis heute ist er dem KAAD treu verbunden und aus den Partnerstrukturen des KASEA-Netzwerkes (KAAD Association of Scholars from East Africa) nicht wegzudenken. Er war eine Wahlperiode lang Vorsitzender von KASEA-Kenya und ist jetzt Mitglied des KAAD-Partnergremiums in Nairobi. Hier spielt Dr. Odari eine wichtige Rolle in der Auswahl von Stipendienbewerber/innen und dem Mentoring von KAAD-Stipendiaten/innen.

Sein akademischer Fokus in Forschung und Lehre liegt auf der bio-medizinischen Forschung, der Implementierung dieser Forschungsergebnisse in vulnerablen Gesellschaftsschichten und der Erforschung sexuell übertragbarer Krankheiten (STDs), speziell im Zusammenhang mit Migration. Außerdem publiziert er erfolgreich in verschiedenen Journalen und organisiert Konferenzen, beispielsweise die nun schon dreimal durchgeführte Africa Biotechnology and Biomedical Conference in Nairobi.

Neben seiner akademischen Arbeit engagiert er sich mit seiner Ogallo-Osako Memorial Foundation für die Bildung physisch beeinträchtigter Menschen und das Empowerment abgelegener, ländlicher Gemeinden in Kenia.

Dr. Eddy Okoth Odari spiegelt damit in vielerlei Hinsicht die zentralen Anliegen des KAAD wider: Akademische Exzellenz in Verbindung mit gesellschaftlichem und kirchlichem  Engagement und Verantwortung. So bereichert er als gefragter Virologe nicht nur seine Heimat Kenia, sondern auch den KAAD und sein Netzwerk mit seinen kreativen Ideen und seinem breit gefächerten, weltweiten akademischen Netzwerk.